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Akkordeon stimmen lassen – es lohnt sich bestimmt

Falsche Töne sind schlecht. Richtig?

Glücklicherweise lässt sich das Problem beheben.

In diesem Beitrag erfährst Du mehr über die Stimmung Deines Instruments.

 

Nur ein gestimmtes Instrument ist ein gutes Instrument

Das beste Instrument ist mehr oder weniger kaum zu gebrauchen, wenn es nicht richtig gestimmt ist. Schon kleine, feine Nuancen ergeben mitunter ein ganz anderes Klangbild.

Sind einzelne Töne nicht richtig gestimmt, so mag der einzeln gespielte Ton ja noch halbwegs sauber klingen. Spielt man mehrere verstimmte Töne jedoch dann als Harmonie zusammen, ergibt das eine Kakophonie, die selbst Katzen noch verjagen kann, Stichwort: Katzenmusik.

Da nützt dann auch die beste Spieltechnik nichts mehr, Du magst Dein Instrument ja beherrschen, wie ein wahrer Meister, aber einem verstimmten Instrument sind nun einmal deutliche Grenzen gesetzt.

Und gerade bei einem solch komplexen Instrument wie dem Akkordeon kann sich das extrem bemerkbar machen.

Dann lohnt es sich, die verstimmte „Ziehharmonika“ von geübter Hand stimmen zu lassen – zum Wohle der eigenen Spielfreude, als auch zum Wohl der Zuhörer.

 

Akkordeon selber stimmen? – Lieber nicht

Es ist relativ simpel, eine Gitarre selber zu stimmen. Auch eine Geige oder ein Cello kann der geübte Spieler selber wieder in harmonischen Einklang bringen.

Bei einem Klavier aber zum Beispiel greifen selbst Weltklasse-Virtuosen meistens auf den Profi zurück. Dasselbe gilt für das „Schifferklavier“.

Die „runde“ Stimmung dieses Instruments wird über das entsprechende Einstellen zahlreicher, unterschiedlicher mechanischer Elemente im Inneren erreicht. Kaum ein Spieler kann die Ziehharmonika deswegen selber stimmen, denn dafür braucht es nicht nur ein gutes Gehör, sondern auch handwerkliche Fähigkeiten.

Es reicht eben nicht, hier und da ein wenig herum zu drehen, wie es bei den meisten Saiteninstrumenten der Fall ist. Nein, denn das Stimmen eines Akkordeons kann durch dessen Komplexität und der daraus folgenden verschiedensten Fehlerursachen auch einer Generalüberholung gleichkommen.

Dies bedeutet dann gleichzeitig, dass Du Dein Instrument nicht nur gestimmt zurückbekommt, sondern auch von Grund auf gereinigt und in Schuss gebracht.

 

Wie entsteht eigentlich ein Ton?

Um zu verstehen, was beim Stimmen des Akkordeons gemacht wird, musst Du Dir einmal Gedanken über die Mechanik machen, welche dafür sorgt, dass aus dem Instrument auch Töne herauskommen.

Grundsätzlich funktioniert dies bei der Ziehharmonika ja mit der Luft, die in den Blasebalg eingesogen und dann beim Spielen auch wieder herausgepresst wird.

Damit dabei auch die gewünschten Töne entstehen, drückst Du bestimmte Tasten. Dadurch wird die Luft im Instrument durch eben die angespielten Kanäle (Stimmstöcke) gesaugt/gepresst, welche dann den gewünschten Ton ergeben.

Um die spezielle Tonhöhe zu erreichen, sitzen an den Enden dieser Kanäle sogenannte Zungen (auf Stimmplatten). Diese vibrieren je nach Tonhöhe wegen der an Ihnen vorbei gesaugten/gepressten Luft (durch das Wechselspiel aus Luftdruck und Federkraft der Zunge) unterschiedlich, manche bis zu tausend Mal pro Sekunde.

Und eben diese Vibration ergibt den Ton.

 

Wer stimmt Akkordeons?

Nun ist aber jede Mechanik – ob im Instrument oder in einem Auto – anfällig für Verschleißerscheinungen. So eben beispielsweise auch besagte Zungen am Ende der Luftkanäle.

Mit der Zeit setzen sich Dreckpartikel, die nun einmal in der angepressten Luft enthalten sind, daran ab. Meistens reicht es daher, wenn der Profi sie reinigt und neu einstellt.

Manchmal muß die komplette Stimmplatte ausgetauscht/überholt werden. Zum Beispiel bei rostigen Zungen oder wenn sich die Ventile (aus Leder oder Kunststoff), die die Spielluft immer nur in eine Richtung hindurchlassen, nicht mehr korrekt verhalten. Das kann der Fall sein, wenn der dauerflexible Kleber, mit dem die Ventile auf der Stimmplatte befestigt sind, nach den vielen Jahren zu hart/unflexibel geworden ist.

Das Wachs (Bienenwachs- Kolophonium-Gemisch), welches die Stimmplatte auf dem Stimmstock hält, muß in dem Zuge ebenso erneuert werden. Wie beim dauerflexiblen Kleber kann es über die vielen Jahre aber auch hart und brüchig werden.

Oder mit anderen Worten: Man muss wirklich ein handwerkliches Händchen haben, wenn man eine „Quetschkommode“ stimmen will. Und meistens kann das ein Fachmann eben deutlich besser als Du selbst.

Deshalb solltest Du Dein Akkordeon bei Bedarf stimmen oder wenn nötig sogar generalüberholen lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass Du mehr beschädigst, als Dir lieb ist.

Einige Fachwerkstätten sind hier gelistet. Und im Folgenden ein Beispiel für einen guten Fachmann:

 

Wie oft sollte man das Akkordeon stimmen?

Das kann man so einfach nicht beantworten.

Es gibt wohl Profis, die alle halbe Jahr ihr Instrument stimmen lassen. Bei manchen Besitzern vergehen jedoch Jahre oder sogar Jahrzehnte, bis sie etwas unternehmen. Einfach, weil deren Akkordeons so lange gut klingen.

Demnach die folgende Emfehlung:

Stört Dich die Verstimmung? Dann lass es machen. Vorher nicht.

 

Was kostet eine Akkordeon Stimmung?

Je nach Aufwand fallen die Kosten dafür natürlich unterschiedlich aus. Hier mal ein paar Beispiele aus der Praxis.

Manchmal müssen nur einzelne Töne nachgestimmt werden. Es kommt aber auch vor, dass Diskant- und Bassseite abgeglichen werden müssen oder sogar eine Komplettstimmung notwendig wird. Im letzten Fall sollte nach einiger Zeit im Nachgang noch eine Feinstimmung durchgeführt werden.

Grob kann man ebenso sagen, dass sich die Kosten fürs Stimmen auch nach der Anzahl der Chöre richten. Je mehr vorhanden, umso mehr zu tun und teurer wirds.

Bei kleineren Arbeiten kann es unter 100 Euro kosten, mit einem dreistelligen Betrag kannst Du im Schnitt aber erstmal rechnen.

Lohnen tut sich eine Stimmung alle Mal. Oder?

 

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